Neuseeland und seine Besiedlung durch das Volk der Maori

Eine gefährliche und abenteuerliche Reise durch die Weiten des Pazifik machte Neuseeland zu einem der letzten Orte auf unserer Erde, die von Menschen erreicht wurden.

Die Besiedlung von Neuseeland durch mutige polynesische Seefahrer

Neuseelands Besiedlung durch polynesische Seefahrer in ihren hochseetüchtigen Wakas (Kanus) begann in mehreren Einwanderungswellen vermutlich zwischen dem 13. Jahrhundert und 14. Jahrhundert.
Die erste Gruppe Einwanderer, die aus sieben Hochsee Kanus bestand und bis in die heutige Zeit als "Die Große Flotte" bezeichnet wird, dürfte wohl die erste Massenankunft polynesischer Siedler sein.
Die Landung der Kanus, die laut mündlicher Überlieferung die Namen Te Arawa, Tainui, Mataatua, Tokomaru, Kurahaupo, Takitimu und Aotea trugen, erfolgte in verschiedenen Bereichen Neuseelands.
Alle heutigen auf Neuseeland lebenden Nachfahren der Maori entsprangen aus diesen Einwanderungswellen und begründeten somit die jetzige Maori Kultur.

Die Migration der Maori war zum großen Teil eine Völkerwanderung polynesischer Stämme, die über den Südosten Asiens - Fidschi, Tonga und später auch über die im Osten gelegenen polynesischen Inseln, heute bekannt als die Cook- und die Gesellschaftsinseln - Neuseeland erreichten.
Durch die Besiedlung der 900 Kilometer östlich von Christchurch gelegenen ChathamInseln entwickelte sich die eigenständige Kultur der Moriori.
Ob diese Besiedlung unabhängig oder von Neuseeland aus erfolgte, ist ungeklärt.
Dennoch sind Gemeinsamkeiten der Sprache als erkennbare Anzeichen für eine Besiedlung vom Festland aus zu deuten.

Weitere Informationen mit einer ausführlichen Beschreibung zum Thema Moriori Kultur erhalten Sie als PDF Format unter der externen Webseite:  Rolf Herzog- Zum Stand der Moriori-Forschung

Hawaiki
Dittmer, Wilhelm, 1866-1909 :Hawaiki. [London, Routledge, 1907]. Ref.PUBL-0088-095

Kupe - Aufgebrochen in Hawaiki

Um 950 n. Chr, so erzählt uns die Maori Legende, erreichte ein Urahn der Maori,der polynesische Entdecker Kupe, als erster Neuseeland.
Aufgebrochen aus seiner mythischen Heimat Hawaiki erreichte er mit einem seetüchtigen Kanu, genannt Maataa-Hourua, die Gegend Whanganui-a-Tara (das heutige Wellington).
Chief Kupe sprach bei der Entdeckung Neuseelands: "Er ao, er aotea er Aotearoa"
(Es ist eine Wolke .. eine weiße Wolke .. eine lange weiße Wolke).
Die gebräuchlichste Übersetzung für Aotearoa lautet "Das Land der langen weißen Wolke“.

Viele Überlieferungen beschreiben die Taten von Kupe, jedoch war er eine schattenhafte Gestalt und daher gibt es einige Widersprüche und noch mehr unklare Angaben in der Darstellung seiner Aktivitäten.

Um 1150 n. Chr. folgten Toi und Whatonga dem Neuseeland Entdecker Kupe.
Die Maori Legende erzählt, dass die erste polynesische Besiedlungswelle um das Jahr 1350 n. Chr. erfolgte.
Die erste Welle mit dem Namen "Die Große Flotte" war Teil der Maori Canoe Tradition, die mündlich von Generation zu Generation weiter gegeben wurde.
Die Namen der Kanus (Waka) aus der sich die "Große Flotte bildete, lauten: Aotea, Arawa, Tainui, Kurahaupo, Takitimu, Horouata, Tokomaru und Mataatua.
Gemäß dieser Tradition kamen die Kanus von der mythischen Heimat Hawaiki.
Hawaiki ist ein Ort von großer Bedeutung in der Māori Tradition und wird in vielen Liedern, Sprichwörtern und Whakapapa (Genealogien) erwähnt.
Maori und Pakeha forschten gleichermaßen über die wahre Position von Hawaiki.
Die ersten Polynesier siedelten hauptsächlich entlang der Küste Neuseelands, vor allem an der Ostküste, die gastfreundlicher und im gemäßigten Klima war.
Die Siedler führten Tiere wie den Hund und die kleine polynesische Ratte ein.
Die Maori entdeckten rasch, dass ihre neue Heimat viele Probleme in sich barg, einschließlich der strengen Witterung und das Fehlen von Tieren für die Jagd nach Nahrung.
Es gab keinerlei einheimischen Säugetiere auf Neuseeland außer Fledermäuse und Meeressäuger.

 

Maori mit Moa
Ward, J E, fl early 20th century :[Maori with moa. Early 20th century?] Ref.NON-ATL-0038

Maori lebten vom Fischfang und der Jagd auf Vögel.

Die frühen Siedler der Maori entdeckten, dass ihr neues Zuhause auch die Heimat vieler flugunfähiger Vögel war, einschließlich des Moa. Moas gehören zur Ordnung Dinornithiformes.
Der Moa war besonders reichlich auf der Südinsel Neuseelands anzutreffen.
Es gab mehrere Arten von Moas, von der Größe eines Truthahn bis auf über drei Meter hohe und bis zu zweihundert Kilogramm schwere Laufvögel.



Quelle der Abbildungen: Mit freundlicher Genehmigung der Alexander Turnbull Library, Wellington, National Bibliothek Neuseeland.