Knochen Schmuck aus Wal, Rind und Hirschgeweih

Das Knochen schnitzen (Bone Carving) ist eine sehr alte Form der Handwerkskunst und wurde bereits in der Steinzeit ausgeübt.
Knochen und Horn wurde als Werkzeug, zum fertigen von Musikinstrumenten (z.B. Flöten), zur Jagd und zum Fischfang (z.B. Angelhaken), oder als Handwerker Gegenstand (z.B. Nadeln) rege genutzt.

Ein Angelhaken oder Haarnadel aus Knochen für den täglichen Gebrauch.

Einige Sachen, die wir heute als Maori Schmuck kennen, wurden eigentlich aus einem praktischen Nutzen heraus entwickelt.
Viele Objekte wie Angelhaken, Speerspitzen, Haarnadeln und Kämme oder weitere Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs wurden von den Maori aus den Knochen verschiedener Tierarten gefertigt.
Der Grund dabei war, dass Knochen leichter zu verarbeiten ist als neuseeländische Jade (Pounamu) und er auch von seiner Beschaffenheit her robuster als Holz ist.


Walknochen

Antikes Maori Tiki aus Walknochen
Antikes Maori Tiki aus Walknochen

Die Maori benutzen ursprünglich Walknochen zum fertigen ihrer Schmuckstücke.
Wale, die an Neuseelands Küsten strandeten und verendeten, wurden als Geschenk der Götter angesehen.
Aus den Walknochen wurden wiederum Schmuckstücke geschnitzt, um diese den Göttern zu huldigen.
Ein aus Walknochen geschnitzter Schmuckanhänger oder andere Gebrauchsgegenstände werden heutzutage hauptsächlich zur Bewahrung der Maori Tradition verwendet.

Vermarktungsverbot in Deutschland für Walknochen.

Eine Einfuhr von Walknochen nach Deutschland ist untersagt da alle Walarten im Anhang A der EU- Verordnung 348/81 gelistet sind und somit einem Vermarktungsverbot unterliegen.
Mit dieser Verordnung wird die Einfuhr von Walerzeugnissen in die Gemeinschaft durch entsprechende Maßnahmen beschränkt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Eur-Lex:
http://europa.eu/legislation_summaries/other/l28038_de.htm

Die Einfuhr von Schmuck aus Walknochen zum weiteren Verkauf ist deshalb nicht möglich, es sei denn, es handelt sich um eine Antiquität, d.h. um ein Schmuckstück, welches mindestens 50 Jahre alt ist.

Aber auch für die Einfuhr von Antiquitäten werden Artenschutzrechtliche Dokumente benötigt.
(CITES- Exportdokument Neuseelands und Einfuhrgenehmigung des Bundesamtes für Naturschutz).

Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter Bundesamt für Naturschutz:
http://www.bfn.de/0305_regelungen.html


Rinderknochen

Matau aus Knochen mit traditioneller Bindung
Matau aus Knochen mit traditioneller Bindung

 

Für den offenen Markt wird in Neuseeland Rinderknochen zur Herstellung des Schmucks benutzt, da er von seiner Beschaffenheit gegenüber dem Walknochen einfacher zu verarbeiten ist und natürlich auch häufiger vorkommt.

Mit der Zeit nimmt der Knochen Schmuck die Öle und Fette der Haut auf, bis das Schmuckstück von einem honigfarbenen Ton umhüllt wird.
Der Träger des Schmucks und sein Schmuckanhänger sind somit zu einer Einheit geworden und ineinander verschmolzen.


Hirschgeweih

Polynesisches Tiki aus Hirschgeweih mit Abalone Augen
Polynesisches Tiki aus Hirschgeweih mit Abalone Augen

 

Ein Geweih ist eine relativ elastische Knochensubstanz männlicher Hirsche, das ihnen als sogenannter Kopfschmuck auf der Stirn wächst.
Die beiden Knochenstangen verzweigen sich je nach Alter und Art des Tieres.

Typisch für die Hirsche ist der alljährliche Abwurf ihres Geweihs nach der Paarungszeit, sodass für die Anfertigung dieser Schmuckanhänger kein Tier zu Schaden kommen muss.


Mammut Elfenbein

Matau Maori Schmuck aus Mammut Elfenbein
Matau aus Mammut Elfenbein

 

Schnitzereien und andere Produkte aus Mammutelfenbein benötigen keine Genehmigungen und dürfen uneingeschränkt gehandelt werden.

Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter WWF Deutschland:
WWF - Handel mit Elfenbein


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